Tour 10: 2026 SVH Globetrotters @ Marrakesch
Eine Reise in den „Orient“
Von Hans-Joachim Schmidt und Antonino Gargano
Mitten in der Nacht machten sich die Globetrotter des SV Haslach auf den Weg in den „Orient“. Der 10. Ausflug der Globetrotter sollte etwas Besonderes werden – und er wurde es.
Nach der Ankunft stürzten wir uns direkt in das Abenteuer Marrakesch und landeten mitten im historischen Herz der Stadt: der Medina. Dieses jahrhundertealte Pflaster ist ein schier endloses Labyrinth aus verschlungenen Gassen und traditionellen Souks. Unser erster Tag war hier ein pures Fest für die Sinne und ein wahrer Zauber aus Farben und Eindrücken. Gut, dass wir einen Guide an unserer Seite hatten – ohne ihn wären wir im engen Gewirr der Wege wohl direkt rettungslos verloren gegangen und hätten vermutlich die nächsten Tage dort verbracht. So aber konnten wir ganz entspannt an den überbordenden Ständen mit leuchtenden Gewürzpyramiden, kunstvollen Laternen und handgewebten Teppichen vorbeischlendern. Es duftete intensiv nach frischer Minze, gegerbtem Leder, süßen Datteln und exotischem Kreuzkümmel.
Zu den Höhepunkten gehörten das Museum of Marrakech mit seiner eindrucksvollen Architektur und die historische Koranschule, deren reich verzierte Innenhöfe und filigrane Mosaike uns besonders beeindruckten. Ein Besuch in einem Gewürzhandel und einer Tuchfärberei rundete die Stadtführung ab.
Nach der Tour sorgten Temperaturen bis 44 Grad und die eigenwillige Wasserversorgung im Riad für eine erste orientalische Bewährungsprobe. Am Abend genossen wir im Rooftop-Restaurant Lmida marokkanische Spezialitäten und den Blick über die Dächer der Stadt. So ließen wir die vielen Eindrücke eines gelungenen ersten Tages entspannt ausklingen.






















Tag 2
Nach dem Frühstück auf der Sonnenterrasse des „Hotels“ machten wir uns auf den Weg ins Ourika-Tal im Atlas Gebirge zu den Setti Fatma-Wasserfällen auf ca. 2.000 m Höhe und tauchten ein in eine völlig andere Welt. Zunächst aber machten wir Halt in einem kleinen Dörfchen, wo uns in einem reinen Frauenbetrieb die Herstellung von Arganöl und sonstigen Natur- und Kosmetikprodukten gezeigt wurde. Selbstverständlich durften auch wir Hand anlegen und die Kerne spalten bzw. zu Öl mahlen.
Danach ging es dann in das Berberdorf Setti Fatma in Richtung Wasserfall. Während im Frühjahr zur Zeit der Schneeschmelze ein Fluss vom 4.167 m hohen Ibel Toubkal (höchster Berg Marokkos und von Nordafrika) herabstürzt, war es nun ein Bach. Farbenfrohe Bemalungen und einfache, aber charmante Restaurants direkt am Bachrand sorgten für eine besondere Atmosphäre. Essen, Trinken und die Füße im Wasser baumeln lassen – Entspannung pur. Das hatten wir uns aber auch verdient, denn die Wanderung zum Wasserfall gehörte nicht zu der Kategorie „leicht“. Man musste ab und zu seine Beine etwas mehr lupfen als gewohnt und sich über schwankende Brücken trauen. Doch wir hatten einen sehr sympathischen Guide, der uns über Stock und Stein sehr souverän nach oben führte. Er hatte zwar kaum 50 kg auf den Rippen, doch er war die geborene Bergziege, gädrig und ledrig eben. Die Aussicht oben vom Wasserfall war aber Entschädigung genug und ab und zu sahen wir auch Affen am Wegesrand, obwohl wir unsere eigenen dabei hatten, die sich später über die Verkehrsschilder „Vorsicht Affen“ beim Berberdorf Setti Fatma lustig machten. Nach unserer Rückkehr ins Riad klang der Abend aus im Le Salama, eines der ganz wenigen Lokale, wo es Alkohol gab. Bei Happy Hour (wurde reichlich genutzt) und Bauchtanz war die Stimmung bestens, lediglich beim Eintüten von Dirham im Körbchen gab es Probleme.





























Tag 3
Dieser Tag wurde zunächst genutzt, um durch die Altstadt zu stöbern. Tausende von Händlern wollten vom Ledergürtel bis zum Öl, vom Tee bis zum Fes, vom Gewürz bis zum Schmuck alles Mögliche an den Mann bzw. die Frau bringen. Es wurde gehandelt und gefeilscht bis zum Handschlag oder Abwinken. Die Gassen wurden nicht nur durch die Menschen beherrscht, sondern auch durch viele, viele Mopeds und Sackkarren und wenn man glaubte, es wird mal etwas ruhiger, dann ließ ein Schlangenbeschwörer sein Instrument aufheulen und die Schlange reckte den Kopf in die Höhe.
Nachmittags stand dann eine Fahrt in die Agafay Wüste auf dem Programm, wo uns zunächst ein Kamelritt erwartete. Da der Wellengang mancher Wüstenschiffe anspruchsvoll war, musste man sich oftmals gut festhalten, um nicht über Bord zu gehen. Anschließend konnte man sich am Pool eine Pause gönnen, um dem fantastischen Sonnenuntergang entgegen zu fiebern. Letztlich bekamen wir wunderbare Motive, die Sonne im Hintergrund und davor eine Kamelkarawane als Silhouette. Ein Foto, wie du es sonst nur in einem Kalender bestaunen kannst. Ein Gala-Dinner und eine Feuershow unter dem Sternenhimmel rundeten den Abend ab.






























Tag 4
Nach dem Frühstück konnte man nochmals den großen Markt in der Medina oder den Secret Garden (ein tropischer Garten, der die Pracht der marokkanischen Architektur widerspiegelt) besuchen oder irgendwo einen Tee trinken bzw. etwas essen, bevor es dann am Spätnachmittag wieder Richtung Kinzigtal ging.
Für 20 Globetrotter ging ein unvergesslicher Jubiläums-Ausflug über vier Tage mit vielen bleibenden Eindrücken schweißtreibend zu Ende, die 16 Grad nach der Ankunft auf dem Heimatflughafen Basel/Mulhouse wurden von manchen schon als Wintereinbruch gewertet.
Nicht jedoch ohne vorher der Organisatorin des ganzen Ausfluges, Jasmin Gargano, herzlichst für die tolle Auswahl der Unterkunft und der Programmpunkte zu danken. Der Gedanke von 1001 Nacht wurde hier zur Begeisterung aller Mitfahrer wunderbar umgesetzt. Die Eindrücke werden bei allen bleibend sein.
Sie ist bereits schon wieder im Modus “ Nach dem Ausflug ist vor dem Ausflug“ und hat schon die Pläne für die Globetrotter für 2027 in der Vorbereitung. Wir dürfen also gespannt sein, wo dann das nächste Mal die Reise hingeht. Soviel darf gesagt sein, es wird wieder eine aufregende und spannende Reise geben.




September, 2026