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Historisches Vereinsarchiv

1999 Ortenau-Pokalsieger

Erinnerungen, Projekte und besondere Momente aus der Geschichte des SV Haslach.

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Aus unserem Vereinsarchiv

SVH beschert sich 1999 mit Ortenau-Pokal und Reisetickets

Berlin, Berlin, wir fuhren nach Berlin

Nach dem Durchmarsch Anfang der 1990er-Jahre von der Kreisliga A in die Landesliga hatte der SVH am Pfingstsamstag 1999 endlich wieder Grund zu ausgelassenem Jubel. Gegen Bezirksliga-Konkurrent TuS Windschläg, der aufgrund seines besseren Tabellenplatzes als leichter Favorit ins Ortenau-Pokalfinale gegangen war, behielten die Kinzigtäler nach einem 1:1 und 120 hochspannenden Spielminuten im Elfmeterschießen die Nerven. Torhüter Wolfgang Lutz rettete diesen Pokalerfolg in Niederschopfheim, nachdem Ingo Dirhold nach 30 Minuten wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen hatte.

Nach diesem Pokalsieg hätte ein Jahr zuvor kaum ein Hahn gekräht. Doch das Ortenauer Sportmagazin „Angriff“ um Manfred Allgeier und Klaus Dold hatte die Idee, dem zuvor wenig beachteten Bezirkspokal mit „Ortenau-Pokal“ einen ansprechenden Namen zu geben und den Sieger mit einer Berlin-Fahrt zu belohnen: 18 Tickets für das DFB-Pokalfinale im Olympiastadion, einschließlich Bahnfahrt und einer Übernachtung.

„Es war von der ersten Runde an deutlich zu spüren, dass alle von uns nach Berlin fahren wollten“, erinnerte sich der damalige Spielertrainer Marc Faltin. Unvergessen blieb auch das 5:3 im Halbfinale beim souveränen Meister der Kreisliga A, dem SV Schapbach. Die Mannschaft war auf ihrem kleinen Hartplatz seit mehr als drei Jahren in Pflichtspielen ungeschlagen. An einem nasskalten Werktagabend brannte der SVH dort dennoch ein fußballerisches Feuerwerk ab; Schapbach war mit dem Ergebnis noch gut bedient.

Für die Berlin-Reise vergrößerte der SVH seine Gruppe auf 25 Personen. Die 18 Gratisfahrer legten zusammen, damit weitere Kollegen mitfahren konnten. Ausgestattet mit einer großen Sporttasche voller Vesper und einem stattlichen Getränkevorrat begann die siebenstündige Zugfahrt. Unterwegs traf die SVH-Delegation auf Michael Rummenigge, den früheren Profi von Bayern München und Borussia Dortmund sowie Bruder des damaligen Bayern-Vorstandschefs Karl-Heinz Rummenigge.

Das DFB-Pokalfinale selbst bot große Dramatik: Werder Bremen mit Dieter Eilts im Mittelfeld rang den FC Bayern München nach 120 Minuten ein 1:1 ab. Im anschließenden Elfmeterschießen scheiterten ausgerechnet Stefan Effenberg und Lothar Matthäus. Die Bremer Fans und die Anti-Bayern-Fraktion des SVH jubelten; nach einer kurzen Phase der Ernüchterung feierten auch die mitgereisten Bayern-Anhänger aus Haslach weiter. Das Berliner Olympiastadion und die gemeinsame Reise blieben allen Beteiligten in besonderer Erinnerung.

Auch nachts in Kreuzberg ging die Reisegeschichte weiter: An einer Notrufsäule wollte ein Mitfahrer wissen, wer Haslacher Fußball-Stadtmeister geworden war. Die richtige Antwort wäre „Türkgücü“ gewesen. Die türkischen Freunde in Haslach hatten mit 5:2 gegen Ritschele Schnellingen gewonnen, das die Ausfälle von Joachim Allgaier und Axel Moosmann nicht kompensieren konnte. Beide Offensivkräfte gehörten zur Berlin-Reisegruppe.

Seit diesem Erfolg erreichte der SVH lange nicht mehr das Finale des Ortenau-Pokals. Marc Faltin, damals Spielertrainer, blieb dem Berliner Endspiel als Besucher verbunden und erinnerte sich immer wieder an die besondere Atmosphäre dieses gemeinsamen Pokalwochenendes.

Archivbilder vom Pokalsieg und der Berlin-Reise

Mannschaft und Betreuer: Spielertrainer Marc Faltin, Daniel Lehmann, Ralf Braunwarth, Thomas Becker, Peter Schwendemann, Betreuer Alfred Metzler, Axel Moosmann, Joachim Allgaier, Mike Bork, Maic Mayer, Betreuer Werner Giesler, Ingo Dirhold, Ingo Heinze, Stephan Krämer, Jochen Beck, Abdouwahabou Issifou, Dennis Hämmerle, Wolfgang Lutz, Claudio Tamburello, Ulrich Zeferer und Christof Klausmann.

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